Ich schreibe jetzt mal einen Blogeintrag über Raucher und ihre oftmals mit der Sucht einhergehende Persönlichkeitsstörung… Ich bin gerade wieder tierisch genervt über diese Gattung Mensch.
In der Früh ist man wie so oft der einzige, der die ätzende (und verbotene) Rauchitis am Bahnsteig unterbinden will und deshalb seine Suppenlade immer wieder mal, wenn auch nicht dauernd, aufmacht und die Leute – zugegebenermaßen nicht gerade freundlich, mir reicht’s einfach – auf die Schilder vorn und hinten am Bahnhof anspricht, an denen das Verbot prangt. Und das zweite Mal schon wurde ich von einem rauchenden Suchtbündel als “geisteskrank” bezeichnet. “Er/sie wisse das schon, aber es ist ihm/ihr einfach egal”, bekommt man da zu hören.
Hmm. Sollte man dies tiefer analysieren? Eigentlich ist es ja die “Druckerschwärze” bzw. die Elektronen nicht wert, Worte darüber zu verlieren, aber mich interessiert das schon ein wenig, woher das mitunter kommt. Irgendetwas ist ja an allem dran
Warum also wälzen die Raucher ihre eigenen Probleme, Ängste, Unsicherheiten und Nöte auf mich ab und bezeichnen mich als geistesgestört? Ablenken von der eigenen Person? Möglichst coole Sprüche bringen? Selbstreflektion defekt? Einfach nur Resignation vor den bösen Nichtrauchern? Nee Nee Nee, also von Resignation kann keine Rede sein.
Die Ignoranz den Mitmenschen gegenüber, die auch in 10m Entfernung noch den Qualm der Quarzer abbekommen und Passivrauchen müssen, geht mir tierisch auf den Senkel. Das zieht sich durch alle Altersgruppen und Klassen, wie mir scheint. Es sind nicht immer nur die klischee-typischen Jugendlichen, wenn es natürlich oftmals diesem Vorurteil entspricht.
Es ist zusätzlich noch eine Belastung, an die Raucher wie immer überhaupt nicht im Entferntesten denken, wenn ein übelst verqualmter Haufen Zellstruktur mit seinem Zigaretten-Gestank an den Klamotten und in den Haaren neben einem in der S-Bahn Platz nimmt. Man könnte regelrecht (mit allem) brechen. Von irgendwelchen Gähn-Attacken, bei dem man die volle Dröhnung Mundgeruch abbekommt und nah am Magenkippen ist, wollen wir erst gar nicht reden…
Wenn man allerdings mal einen Raucher angesprochen hat, kommt es des Öfteren vor, dass auch andere Leute auf einmal etwas sagen bzw. dem Vorredner beipflichten und es toll finden, dass er etwas gesagt hat. Dazu fällt mir dann nur ein, dass man ja auch selbst etwas sagen hätte können.
Leute, macht einfach öfter den Mund auf!
(@Raucher: ihr aus oben erwähnten Gründen bitte lieber nicht…)
Nun gut, zurück zur Gretchen-, äh, Ausgangsfrage: Sind Leute, die etwas gegen Raucher sagen, wirklich geisteskrank, wie es viele Raucher mangels Kreativität oder gar wegen geistiger Verkalkung behaupten? Hier muss erstmal eine Definition des Wortes her:
“Unter Geisteskrankheiten oder Geistesstörungen wurden unterschiedliche Verhaltensbilder und Krankheiten zusammengefasst, die sich im Allgemeinen durch Verhaltensformen ausdrücken, die in der Gesellschaft nicht akzeptiert sind.”
Und was gilt eher als nicht akzeptiert – einfach nur auf die S-Bahn warten oder Mitwartende derweil mit schlechter Luft versorgen? Genau, Rauchen. Keine weiteren Fragen Euer Ehren.
Vielleicht trifft umgekehrt auf diese Gattung der ignoranten Raucher eher der Begriff Persönlichkeitsstörung zu. Definition:
(…)durch relativ starre mentale Reaktionen und Verhaltensformen gekennzeichnet, vor allem in Situationen, die für die jeweilige Person konflikthaft sind. Die persönliche und soziale Funktions- und Leistungsfähigkeit ist meistens beeinträchtigt.
Das musste jetzt einfach mal raus,
Lessy
PS: Ein Gutes hat sie Sache: Die Überalterung in Deutschland wird auf lange Sicht durch die rauchende Bevölkerung gesenkt – (Passiv-)Raucher sterben früher.
Update 09-01-22: Der absolute Knaller bzw. Knallkopf: Heute meinte doch glatt jemand, in der S-Bahn rauchen zu müssen. Mehrere Umstände kamen hinzu, die einige Fragen aufwerfen.
Doch vorweg die Facts:
a) Der Kerl war definitiv über 30, es war also keine jungendliche Schnapsidee bzw. Übermut
b) Er hatte die Füße auf der Bank
c) Es war ein Dübel
d) Er wollte nicht aufhören, als ich ihn darauf ansprach
e) Kein anderer hat wieder mal etwas zu sagen gehabt
Erst als ich zu ihm hin gegangen bin und gesagt hab, er soll doch BITTESCHÖN seine “Kippe” ausmachen, kamen noch ein zwei andere Stimmchen hinzu, die mir beigepflichtet haben. Typisch Mitmensch.
Ich bin dann am Ostbahnhof ausgestiegen und habe im Aufseher-Häuschen Bescheid gegeben, woraufhin zwar dann sogar jemand rauskam und zur S-Bahn-Türe hingegangen ist, da stand der Typ allerdings schon parat und stieg gerade – immer noch rauchend – aus.
Mehr habe ich nicht mitbekommen und wollte es auch ehrlich gesagt gar nicht.
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