VW Passat B8/3G5 Variant 1.4 TSI/BMT/ACC (150 PS) im Langzeit-Test

Volkswagen hat es mal wieder geschafft:
Dieselkrise hin oder her, Autos bauen können sie einfach :)

VW-Passat-B8-3G5-Variant-seitlich

Der Passat begeistert bis auf Kleinigkeiten mit einem rundum tollen Fahrgefühl und hoher Wertigkeit. Auch die Rundumsicht kann sich sehen lassen, da die hinteren Fenster (Kofferraum) nicht allzu keilförmig zulaufen wie bei anderen Marken, die damit ihre Sportlichkeit bzw. Anti-Kasten-Optik erhöhen wollen.
Ich würde mal sagen, er liegt deutlich über der Mittelklasse, je nach Ausstattung versteht sich.
Vor allem Hervorheben möchte ich jedoch die tolle, einfache und intuitive Bedienung des Wagens. Vor allem auch der Mix aus Touchscreen in der Mittelkonsole sowie dennoch vielen verfügbaren Hardware-Knöpfen macht das Auto zu einem super zu bedienenden Arbeitsgegenstand.

1.4 TSI ACT BlueMotion Technology Comfortline
Mit Navi, ACC, 110 kW/150 PS, Benzin
5 Türen, Schaltgetriebe
Lackierung: Tungsten Silver Metallic
HSN/TSN: 0603/BQQ

Sonderausstattung

  • Navigationssystem „Discover Media“ mit TFT-Touchscreen
  • 8 Lautsprecher, USB-Schnittstelle und Multimediabuchse AUX-IN, Telefonschnittstelle in Verbindung mit Car-Net oder Navigationssystem, Car-Net „Guide & Inform“ Laufzeit 1 Jahr (ab Zulassung)
  • Winterpaket
  • Automatische Distanzregelung ACC inkl.
  • Geschwindigkeitsbegrenzer Klimaanlage „Air Care Climatronic“ mit 3-Zonen-Temperaturregelung, Allergen- Filter und Bedienungselementen hinten
  • Umfeldbeobachtungssystem „Front Assist“,City-Notbremsfunktion (für automatische Distanzregelung ACC bis 210 km/h)
  • Mobilitäts-Ganzjahresreifen 215/60 R 16 (selbstversiegelnd)
  • Reserverad in Fahrbereifung, Stahl
  • Vordersitze beheizbar, Scheibenwaschdüsen vorn automatisch beheizt
  • Seitenscheiben hinten und Heckscheibe abgedunkelt, zu 65 % lichtabsorbierend

 

Positives

– Gut, dass das Anschnallgurt-Piepen nicht bei geringen Geschwindigkeiten bzw. nicht sofort ertönt.

– Der Brillenhalter oben vor dem Rückspiegel mega-praktisch. Aber……. (siehe auch Negatives weiter unten)

– Der/die Haupt-Getränkehalter vorn (zwei Stück sind integriert) in der Mittelkonsole ist wirklich top – ich habe vorher noch selten einen erlebt, der die unterschiedlichsten Flaschen und Becher so gut hält, egal welche Form und wie breit/schmal.

– Die Bedienung des Wagens geht super von der Hand. Der Mix aus Touchscreen und vielen verfügbaren Hardware-Knöpfen ist wirklich super gelungen.

– Der Wagen kommt schnell auf (Öl-)Temperatur. Somit muss man nicht zulange warten, bis man Gas geben kann.

– Man kann die Deckenleuchte im Fond von vorne steuern. Sehr praktisch mit kleineren Kindern, die selbst noch nicht an die Decke hinkommen.

VW Passat Cockpit

– Durchreich-Fenster bzw. Service-Klappe im Radkasten für einfachen Zugriff zum Halogen-Birnchen-Wechseln der Scheinwerfer:
scheinwerfer service klappe VW passat

– Die eingebauten Boxen bzw. die Sound-Anlage klingen wirklich toll mit druckvollen Bässen.

– Die Frontschürze bzw. Auto-Front kommt ja in dieser Form bei einigen verschiedenen VW-Modellen der Ära auch zum Tragen, jedoch sieht sie beim Passat wie ich finde am elegantesten aus und verleiht dem Auto die nötige Autorität. Sie ist eine der schönsten Auto-Fronten der letzten Jahre in meinen Augen.
VW-Passat-B8-3G5-Variant-Front

 

Negatives

Kein Licht unten im Kofferraum: Das obere wird halt einfach meistens von der Abdeckung „abgedeckt“. Leicht unpraktisch und wäre kostenmäßig jetzt nicht die Welt gewesen. Sogar unser knapp zwei Jahrzente alter Bora hat das…

– Der „Android Auto“ Connect ist absoluter Müll (Stand 2019) und funktioniert nur in 1 von 10 Fällen. Die 260 Euro für das Update hätte ich mir gerne gespart. Tut das bitte auch, falls ihr vor dieser Entscheidung steht. Über Bluetooth funktioniert es viel problemloser und ist versatiler, als das in der momentanen Ausbaustufe von Android Auto der Fall ist. Wobei es natürlich schwer zu sagen ist, wer die Schuld trägt – Google oder VW. Dennoch absoluter Mist, dass es mal sporadisch funktioniert und meist nicht. Zudem ist ein Kabel nötig, auch unpraktisch. Der andere Teil ist eben, dass Android Auto momentan noch zu eingeschränkt und daher (für mich) kaum wirklich praktikabel nutzbar ist, auch wenn es auf dem Papier super klingt.

– Der Gesamt-Kilometerstand ist nur selten sichtbar und nicht z. B. per Taste schnell (oder überhaupt) hervor zu holen. Das Auto muss hierzu wirklich an- oder ausgeschaltet werden. Super nervig für Tankstellen-Mitschreiber wie mich.

– Lange auf der „Lautstärke verringern“ Lenkrad-Taste bleiben hat lange erstmal keinen Effekt, bis es dann doch noch greift. Für schnelles Reagieren ist das nix. Zum Glück hat man noch das Drehrad an der Mittelkonsole.

– Der Warn-Beep für mögliche Auffahr-Unfälle (City Notbrems-Assistent) ist zu leise – er passt sich leider nicht der Lautstärke der Musik an, was natürlich MEGA-unrpraktisch ist, da er schließlich bei unaufmerksamen Situationen warnen soll, z. B. eben genau dann, wenn man gerade (wirklich) laut Musik hört.

– Der Brillenhalter oben vor dem Rückspiegel ist wirklich mega-praktisch, leider jedoch fällt die Brille beim Reinlegen immer fast wieder raus, weil die Klappe einen Mini-Ticken zu weit aufgeht. 1 cm vorher stoppen wäre schön gewesen. Auch beim Runterklappen zum Rausholen der Brille fällt sie natürlich meistens runter.

– Manchmal hat man das Gefühl, dass die Fensterheber-Schalter nicht ordentlich reagieren. Man kann es nicht festmachen an was es liegt, aber ich habe hier immer wieder mal Probleme.

Front-Antrieb suckt einfach. Wenn man mal einen komfortablen Heckantrieb gewohnt war der nie durchdreht, dann nervt das schon gewaltig. Schlupfregelung, Launch Control? Fehlanzeige, seufz. Bei Volvo, Honda, Kia und anderen Marken klappt das irgendwie besser…
Also: Unbedingte Empfehlung, Allradantrieb mitzubestellen!

– Teilweise starke Spiegelung des silbernen Design-Elements:
Fahrerfenster: Designelement spiegelt sich und verdeckt den Seitenspiegel teilweise

Keine Seitenleisten (gerne in Wagenfarbe) aus Plastik mehr, damit die Türen geschützt sind. Das hat heutzutage zwar fast keiner mehr, aber praktisch und schonend waren sie schon. So muss man immer dank der meist nicht ganz passenden Einrastung der Tür aufpassen und sie evtl. umständlich festhalten, damit man dem Nebenparker und sich selbst keinen Kratzer beschert.
keine stossleisten an der seite

– Die Hupe lässt sich nur arg schwer drücken, für schnelles Reagieren somit nahezu komplett ungeeignet.
Soll das unnötiges Hupen vermeiden?!

– Die Sonnenblende geht extrem schwer raus und man baut fast einen Unfall, bis die Blende links ans Fenster geklappt ist.

– Die Beschichtung des inneren Radkastens hinten ist ungünstig und einfach eine unverständliche Materialwahl. Sie zieht den Dreck nur so an und es bleibt alles haften. Noch unverständlicher macht das ganze, weil bei den vorderen Radkästen eben normales Plastik verwendet wurde, das sich auch mal abwaschen/abputzen lässt. Bei dem Vlies-ähnlichen Material hinten eher keine Chance.
vw passat radkasten hinten vlies-material

 

Tipps & Tricks

Geheimmenü: Lange auf die Menü-Taste am Bildschirm drücken und man bekommt die Software-Version zu sehen.

Randomizer-Funktion für’s Musikabspielen: Vielleicht dem einen oder anderen noch unbekannt: Wenn man die Ordner hochgeht bis auf oberste Ebene und dann ganz nach oben scrollt, kann man dort die Zufallswiedergabe für alle Ordner auf dem Datenträger (z. B. SC-Card) auswählen:
VW Passat Media System: Zufallsgenerator bzw. Shuffle-Funktion

 

Serienausstattung

Multifunktionsanzeige „Plus“
Multifunktionslenkrad in Leder
Berganfahrassistent
Fahrlichtschaltung automatisch, mit Tagfahrlicht, „Leaving home“-Funktion und manueller „Coming home“-Funktion
Müdigkeitserkennung
ParkPilot – akustische Warnsignale bei Hindernissen im Front- und Heckbereich
Start-Stopp-System mit Bremsenergie-Rückgewinnung
4 Leichtmetallräder „Sepang“ 6,5J x 16
Reifenkontrollanzeige
Sitzbezüge in Stoff, Dessin „Weave“
Komfortsitze vorn ergoComfort Sitz mit Sitzneigungs-, Sitztiefen- und elektrischer Lehneneinstellung auf der Fahrerseite
Lendenwirbelstützen vorn, auf Fahrerseite elektrisch einstellbar
Mittelarmlehne vorn mit Ablagebox, höhen- und längseinstellbar
2 Luftausströmer hinten mit Chromlamellen
Dreipunkt-Automatik-Sicherheitsgurt für den mittleren Rücksitzplatz
Gepäckraumabdeckung auszieh- und herausnehmbar
ISOFIX-Halteösen (Vorrichtung zur Befestigung von 2 Kindersitzen auf der Rücksitzbank)
Rücksitzbank geteilt
Lehne asymmetrisch umklappbar
Mittelarmlehne mit Ablagefach und Durchlademöglichkeit
Netztrennwand
Nebelscheinwerfer und Abbiegelicht, mit Chromeinfassung
Dachreling schwarz
Außenspiegel elektrisch einstell- und beheizbar, auf Fahrerseite automatisch abblendend
Zentralverriegelung ohne Safe-Sicherung, mit Funkfernbedienung, 2 Funkschlüssel
Komfortstartfunktion „Press & Drive“
Elektronisches Stabilisierungsprogramm mit Gegenlenkunterstützung
ABS, ASR, EDS, MSR und Gespannstabilisierung
Airbag für Fahrer und Beifahrer, mit Beifahrerairbag-Deaktivierung
Kopfairbagsystem für Front- und Fondpassagiere inkl. Seitenairbags vorn
Servolenkung elektromechanisch, geschwindigkeitsabhängig geregelt
Regensensor
Rückleuchten in LED-Technik
Innenspiegel automatisch abblendend
Elektronische Parkbremse inkl. Auto-Hold-Funktion
Abgaskonzept, EU6 plus
Innenleuchten mit Abschaltverzögerung und Dimmfunktion
Je 2 LED-Leseleuchten vorn und hinten
12-V-Steckdose an der Mittelkonsole hinten und im Gepäckraum
Einstiegs-Warnleuchten in LED-Technik in den Türen vorn

 

Fazit

Uneingeschränkte Kaufempfehlung. Hier bekommt man viele Annehmlichkeiten sowie ein tolles Fahrgefühl für’s Geld.
Auf dem Gebrauchtmarkt tummeln sich auch viele Modelle, d.h. man kommt sicherlich einigermaßen günstig an eines heran.

 

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