Sagenumwobene HTML-Attribute: rel=’external‘ und rel=’bookmark‘

Das Microformat rel=’nofollow‘ kennt inzwischen fast jeder und es wurde auch schon hinreichend erklärt, aber was bedeuten denn eigentlich die HTML-Attribute rel=’external‘ und rel=’bookmark‘? Ab und an kommen einem diese ominösen und mit HalbUnWahrheiten umrankten Link-Attribute unter. Doch was bedeuten sie genau?
Die allgemeine Konfusion ist Grund genug für eine genauere Beleuchtung.

External

Bei (X)HTML in der Strict-Variante gibt es bekanntlich kein ‚target‘ Attribut mehr, was für Webdesigner sehr ärgerlich ist. Man will den Nutzern ja schließlich ein Surf-Erlebnis mit Mehrwert bieten, also externe Links zur Verfügung stellen, jedoch nicht gleich die Nutzer an diese Links ‚abgeben‘, da sie (eventuell) nicht mehr (leicht) zur eigenen Seite zurückfinden. Einen einfachen target-_blank-Ersatz (ohne JavaScript) gibt es leider nicht. Ein teilweiser Ausweg führt über die Einbindung von rel=’external‘ in den Anchor-Tag. Einfaches Beispiel:
<a href=“https://domain.tld/cat/title/“ rel=“external“>Externer Link</a>
Wenn ein Surfer dann diese Kennzeichnung sieht, kann er selbst entscheiden, ob er (bspw. in Firefox) die mittlere Maustaste bemüht, um ein neues Tab zu öffnen, oder diesem Link komplett folgen will und die eigentliche Seite verlassen.

Auf diverse JavaScript-Methoden zum nachträglichen Versehen solcher Links mit window.open-Funktionen gehe ich jetzt mal nicht näher ein. Nachzulesen sind einige Thesen hierzu bei XHTMLforum und bei Thomas Müller.
Eine CSS-Angabe wie class=’offsite‘ oder ‚extern‘ zur Kennzeichnung für den User ist hier vermutlich die bessere Variante. Im CSS kann z.B. folgender Code notiert werden:
.extern:after {content: „\00A0\2197\00A0“;}

Der Backslash \ maskiert dabei Zeichen, die ansonsten nicht richtig angezeigt werden würden. Der Unicode für einen schräg nach oben verlaufenden Pfeil ist 2197. 00A0 bedeutet, dass noch ein geschütztes Leerzeichen eingefügt wird. Beispiele für den Einbau finden sich bei Terri Kay.
:after oder :before lassen sich natürlich nach Belieben variieren.

Somit wissen Nutzer von nun an, wenn es sich um externe Links handelt und können bspw. in Firefox Klicks mit der mittleren Maustaste ausführen, um die Page in einem neuen Tab zu öffnen.
Ein netter Nebeneffekt ist, dass sich externe Links auch für andere Funktionen per Klasse direkt ansprechen lassen. Vielleicht kann man das mal anderweitig brauchen.

Kommen wir nun zum

Bookmark

Wahrscheinlich auf Tantek Çelik, bekannt durch die vielen Tantek-Hacks in Sachen CSS und Internet Explorer, ist zurückzuführen, dass vor allem Blogger nun immer öfter ein rel=’bookmark‘ für ihre Permalinks benutzen. Beispiel:
<code><a href=“https://yablog.tld/cat/title/“ rel=“bookmark“>Permalink</a></code>

Näher eingegangen wird auf diese Auszeichnung meist nicht, doch auch SelfHTML führt in Beispielen die Verwendung auf, allerdings im Head-Bereich einer Seite.
Definiert wird das Attribut hierbei mit „Bezug zu einem allgemeinen Orientierungspunkt“.

Die lange Erklärung ist schon etwas einleuchtender:

Verwendung bei allen Seitentypen, sofern sich sinnvolle Querverweise oder Standardverweise anbieten. Standardverweise führen z.B. auf die SELFHTML-Dokumentation, das Forum, die Artikel oder das Linkverzeichnis. Sinnvolle Querverweise können beispielsweise zu thematisch verwandten Feature-Artikeln, Ergebnissen der SELFHTML-Suche oder zu Stellen innerhalb der SELFHTML-Dokumentation führen.

Es gibt noch Sonderfälle wie rel=’external nofollow‘, doch u.a. laut Aussage von Googles Webmaster Blog ist es vollkommen okay – mit Leerzeichen getrennt – einfach mehrere Angaben aufeinander folgen zu lassen.

Die Konfusion bleibt leider in Resten bestehen, da es keinen festgelegten Regeln folgt wie ein Webdesigner, seine Blogsoftware oder der Browser des Nutzers die Angaben interpretiert.
Vielleicht sollte man halt doch einfach das meiste beim Alten belassen und weiter machen wie bisher – es wird niemandem weh tun…

Greets,
Lestarte

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17 Kommentare

  1. „Wenn ein Surfer dann diese Kennzeichnung sieht, kann er selbst entscheiden, ob er (bspw. in Firefox) die mittlere Maustaste bemüht…“

    Häää???
    Das versteh ich nicht.
    Woher soll ein normaler Surfer erkennen, dass es sich um ein external link handelt? Soll er voher sich den Quellcode ansehen?
    Wer macht so was und welcher normale Süfer drückt dann die mittlere Maustaste wenn er sieht, das bei dem Link external steht?

  2. Endlich mal ne verständlich Erklärung :P
    Die nicht-Verfügbarkeit von target=_blank hat mich bisher immer davon abgehalten, xhtml strict zu verwenden. Werde ich jetzt mal überdenken ;)

  3. Ich wüsste keinen Grund, warum dem nicht so sein sollte. Im Prinzip ist doch jeder Link „external“, wenn er nicht gerade eine Seite auf der eigenen Präsenz verlinkt.

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